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März und April 2020 oder Lesen in Corontäne

Wie wohl bei den meisten von euch waren auch bei mir der März und der April ganz besondere Monate. Besorgt um Familie und Freunde, ein Auge immer auf den Live-Ticker gerichtet, betroffen von den vielen schrecklichen Nachrichten, habe ich in einer Art Schockstarre verharrt. Es stand mir der Sinn nicht nach Ablenkungen und Normalität in dieser Ausnahmesituation, die mich doppelt hart getroffen hat, da ich mir für dieses Jahr wenigstens ein kleines bisschen Normalität gewünscht hätte nach dem verrückten letzten Jahr.

Nun denn, es kam anders.

 

Da ich zur Risikogruppe gehöre und im vergangenen Jahr gelernt habe mich von allen Ansteckungsgefahren fern zu halten, fiel es mir anfangs ganz leicht niemanden zu treffen, nur zu telefonieren und die Gänge aus dem Haus auf das Minimum zu beschränken. Doch gerade in der Therapiesituation ist für mich ein fester Ablauf und eine feste Tagesstruktur wichtig. Das nun völlig auf mich allein gestellt zu organisieren, auf den gewohnten Sport, die Reha-Gruppe, das Gerätetraining, die Qi-Gong-Gruppe zu verzichten und allein daheim auf der Matte mit einem X-beliebigen Video zu trainieren, fällt (zumindest mir) gerade unter der Therapie, die zahllose Tage mit Nebenwirkungen mit sich bringt, echt schwer. Ein Tag glich dem anderen - alles verschwamm. Es hat gedauert, bis ich mich in diesem diffusen Nebel wiedergefunden habe.

Jetzt habe ich das Gefühl, ich bin wieder da und ich kann mich wieder fühlen.

 

Zwei Bücher haben mich dann auch aus meinem Lesetief wieder herausbefördert. Zunächst habe ich Josef Zweimüllers Debüt "Grün" gelesen, das im Picus-Verlag erschienen ist. Direkt im Anschluss habe ich Katie Hales Debüt "Mein Name ist Monster", veröffentlich im Fischer-Verlag, gelesen. Beide setzen sich in ihrer ganz eigenen Weise mit Einsamkeit auseinander und können beide auf die aktuelle Situation bezogen werden. Die beiden Romane haben mich abgeholt, mich aus meiner eigenen Gedankenwelt befreit und mich zurück ins Hier und Jetzt begleitet, wo mein Blick wieder klar wurde.

Nun ist der Mai angebrochen, es gab direkt zu Monatsbeginn sehr gute Neuigkeiten, die mich nun eine Weile tragen werden, mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern und neue Hoffnung geben. Und auch beim Lesen finde ich langsam zu meiner alten Form zurück. Was ich aktuell lese und wie es mir bisher gefällt verrate ich euch an anderer Stelle. Und zu den beiden genannten Romanen werde ich euch in gewohnter Weise wieder berichten.

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